der alte Gaußturm
Der zu Gauß' und Goethes Zeiten unbewaldete Hohe Hagen verlor mit der Zeit durch den zunehmenden Bewuchs der Hänge seine frühere Anziehungskraft, da die heranwachsenden Bäume die herrliche Rundsicht versperrten. Der 1904 gegründete Verschönerungsverein Dransfeld e.V., der aus dem „Comitee für Dransfelder Sommerfrische" (seit 1881) hervorging, beschloss daher 1906 den Bau eines Aussichtsturmes auf dem Hohen Hagen, der als Wander- und Reiseziel zur Belebung des Fremdenverkehrs beitragen sollte. Zwei Jahre später entschied man, den Turm C. F. Gauß zu widmen und dem bedeutenden Wissenschaftler damit ein gebührendes Denkmal zu setzen.
 
Bauzeit von 1909 bis 1911.

Der Alte Gaussturm
von 1911 bis 1963

Die Höhe betrug 32,3m
Die Aussichtplatform war
in 22,17m und auf 528 m.ü.NN.



Der an einer sehr exponierten Stelle erbaute Gaußturm musste im Laufe der Zeit Beschädigungen durch Witterungseinflüsse (Wind, Regen) und den zweiten Weltkrieg hinnehmen. Am stärksten wurde er aber durch den benachbarten intensiv betriebenen Bergbau beeinträchtigt, da die Abbau- grenze immer näher rückte. Durch Sprengungen im Rahmen des Basalt- abbaus wurde er 1963 schließlich so stark beschädigt, dass er nicht mehr zu retten war und abgerissen werden musste.
Der Verschönerungsverein e.V. verklagte daraufhin das Basaltwerk und führte lange Prozesse um „seinen Turm". Als Ersatz, zu dem das Basaltwerk durch Gerichtsbeschluss verpflichtet wurde, entstand ein knappes Jahr später an anderem Standort ein Stahlbetonbauwerk mit 
einer Höhe von 51 m. 

Es wurde ein Turmbaufond gegründet und in einer groß angelegten Sammelaktion und durch Bittbriefe Spendengelder für den Turmbau zusammengetragen. Besonders engagierte sich der als Schriftführer und Kassenwart gewählte Dransfelder Lehrer und Kantor Forthmann (1871 - 1964), der als eifrigster Förderer in die Geschichte des Gaußturmes einging und später diverse Auszeichnungen erhielt. Zahlreiche Spenden gingen von der Bevölkerung ein, aber auch von Gelehrtengesellschaften der Universität Göttingen und wissenschaftlichen Vereinen sowie aus Kreisen des Handels, der Industrie, der Presse und der Schifffahrt.
Exzellenz und Geheimrat Gieseke (1846 - 1926), Bruder des in Dransfeld ansässigen Pastors Gieseke und Ehrenvorsitzender des Turmbauausschusses und sogar Kaiser Wilhelm der II. stifteten beträchtliche Summen. In einem Wettbewerb, bei dem neun Baufirmen ihre Entwürfe für den Gaußturm einreichten, entschied man sich für zwei Architekten aus Kassel, die einen wuchtigen Bergfried aus dem Basalt des Hohen Hagens entworfen hatten.
Die Feier der Grundsteinlegung fand in Anwesenheit zahlreicher Behördenvertreter der Stadt Dransfeld, des Kreises Münden und der Stadt Göttingen, der Universität Göttingen und vieler Einheimischer und Fremder am 29.07.1909 statt, dem Tag, an dem 88 Jahre zuvor C. F. Gauß seine Arbeiten am Hohen Hagen beendet hatte.
Für den Bau des Turmes wurden Baustoffe wie Sand und Holz aus dem Dransfelder Wald sowie Basalt vom Hohen Hagen genutzt. Die teilweise sehr schweren Arbeiten ohne Kräne, Bagger und Stahlgerüste wurden von Dransfelder Handwerkern unter der Leitung eines Maurermeisters aus Friedland durchgeführt (z.B. Hochziehen der im Steinbruch gewonnenen Basaltblöcke auf das aus Fichtenstangen errichtete Gerüst per Seilwinden).
Bereits zwei Jahre nach der Grundsteinlegung, am 31.07.1911, konnte der Gaußturm eingeweiht werden. Zu der rauschenden Feier mit über 2000 Gästen erschienen auch Nachkommen der Familie Gauß aus Deutschland und den USA. 
 



   Postkarte 
  Gaußturm
 und 
   Berggasthaus